Streng genommen war's ja ebenfalls
[C], aber weil ich dazu eine meinem unmittelbaren Vorposter sehr ähnliche Meinung habe greife ich lieber auf den vorletzten Anime, den ich zur Gänze konsumiert habe, zurück:
Shakugan no Shana.
Summary courtesy of TV Tropes, weil's die eben doch mal wieder am besten hinkriegen:
Sakai Yuji thought he was an Ordinary High School Student... until time stopped one day and everyone around him was turned into light and consumed by a huge monster, right before his eyes. He was saved by a girl with long red hair who drove the monster off with sword and flame. "You don't exist anymore", she told him.
The Denizens of the Crimson World are monsters from another world who consume the "power of existence" of humans. The power of a human that is leftover becomes a Torch, a shell of their former self, destined to disappear without a trace — physical or mental — when their remaining power burns away. Flame Haze are independent humans who have allied themselves with the kings of the other world, gaining the power to fight back.
But Yuji is no ordinary Torch, and the minion fought that day is only the beginning of the troubles his city is about to face...
Yuji und Shana sind das vielleicht prägendste
Battle Couple der Noughties. Natürlich gab es viele der Themen und narrativen Kniffe auch schon vorher, und natürlich hat Rie Kugimiya auch vorher schon an Tsundere-Typecasting laboriert, aber
Shakugan no Shana hat alledem eine ganz neue, massive Dimension verliehen. Mein eigener Zugang dazu war mal wieder so ass-backwards wie nur irgend möglich, i.e. ich habe so ziemlich alle von
Shakugan no Shana inspirierten Mangas/Animes vor
Shakugan no Shana selbst konsumiert; ca. in dieser Reihenfolge:
Hidan no Aria --> Toradora! --> Zero no Tsukaima [und parallel dazu noch
Lotte no Omocha, das aber natürlich strittig sein mag].
Daraus ergab sich, dass mir so einige der Charakterinteraktionen und Dialogzeilen (insbesondere Shanas ubiquitäres
urusai) bereits verdächtig bekannt vorkamen. Für eine Serie, deren Plot unter seinem eigenen Gewicht zusammenbricht und die es nicht schafft, auch Nebencharaktere und (scheinbare wie tatsächliche) Villains ordentlich zu skizzieren, wäre das ein unüberwindliches Problem.
Shakugan no Shana gehört glücklicherweise nicht zu diesen Serien.
Zum einen ist die Serie gerade komplex genug um ständige Aufmerksamkeit zu verlangen ohne die Zuschauerschaft zu überfordern. Auch der Genre-Mix ist nahezu ideal: Action und Adventure stehen eindeutig im Vordergrund; zugleich ist aber der Romance-/Slice-of-Life-Aspekt nicht nur gut in die Story integriert, sondern stellt auch einen wesentlichen Eckpfeiler der Handlungsmotivationen gleich mehrerer Charakterkonstellationen dar. Das dabei im Zentrum stehende Love Triangle macht die Sache nur noch interessanter.
Wesentlich ist auch die Tatsache, dass die Serie (die sich über drei Staffeln nebst vierteiligem Mini-Interludium zwischen den Staffeln 2 und 3 hinwegzieht) umso stärker wird, je weiter sie voranschreitet. Während insbesondere die erste Hälfte der ersten Staffel noch gelegentliche Längen aufweist, lässt die Handlung spätestens ab Mitte der zweiten Staffel an Action kaum mehr was zu wünschen übrig, und über weite Teile der dritten Staffel ist Blinzeln so gut wie verboten. Falls überhaupt, so ist das Pacing an diesem Punkt ab und an sogar schon zu rasant, was an dieser Stelle aber kaum mehr als nennenswerter Kritikpunkt durchgeht.
Unsympathische Charaktere sind in
Shakugan no Shana Mangelware - und das gilt auch, und in manchen Fällen sogar insbesondere, für Antagonisten. Manche sind unglaublich over the top
, manche sind broken beyond belief
und manche sind, je nach Blickwinkel, nicht einmal Villains im klassischen Sinne
- aber keiner ist langweilig oder nicht auf die eine oder andere Weise nachvollziehbar.
Was die technischen Aspekte der Serie angeht gibt's erst recht nichts zu mäkeln: Die Animation ist in typischer J.C.-Staff-Manier ganz exzellent, das Voice Acting erstklassig und der Soundtrack (insbesondere die Openings ab Staffel 2) außerordentlich kickass.
Nicht alles ist eitel Sonnenschein: Das Pacing ist, wie vorhin bereits schon erwähnt, gelegentlich reichlich erratisch, und die eine oder andere Handlungsentscheidung mancher Charaktere ist, gelinde gesagt, fragwürdig (was natürlich absolut realistisch ist, aber dem geneigten Zuschauer dann doch durchaus schon mal Facepalm-induzierte rote Flecken auf der Stirn beschert). Letztendlich sind das aber nur Peanuts, und jedem, der eine gehörige Portion UST und ein, zwei verzeihliche plot contrivances vertragen kann sei
Shakugan no Shana wärmstens empfohlen. Ich jedenfalls habe mich wunderbar unterhalten.